Seit 1922 darf die Zunft zu Safran den Nölliturm als Zunfthaus benutzen. Im Vertrag mit der Eigentümerin, der Einwohnergemeinde Luzern, wurde vereinbart, dass die Safranzunft den Innenausbau auf eigene Kosten zu übernehmen habe. Mit grösseren und kleineren Vergabungen und mit viel Einsatz und Fronarbeit wurde der Nölliturm seither zu einem Zunfthaus um- und ausgebaut, in das die Zünftler und auch viele Gäste immer wieder gerne einkehren.
Der vor kurzem aussen renovierte Nölliturm repräsentiert einen sorgfältigen Quaderbau aus Sandstein von 13,45 m äusserem und 8,85 m innerem Durchmesser und hat bis zur Spitze eine Höhe von 28 m. Neben seinen Verteidigungsaufgaben diente der Turm als Lagerraum u.a. zur Aufbewahrung von Pulver.
Der Nölliturm markiert den Anfang der äusseren Stadtbefestigung Luzerns, die sich über den Musegghügel bis zum abgebrochenen äusseren Weggistor beim heutigen Museumsplatz hinzieht. Der augenfällige Rundturm wurde 1513 anstelle eines wahrscheinlich nicht mehr genügenden Schalenturms auf den Felskopf an der Reuss gesetzt. Der Name des wohl ursprünglich wegen seines markanten Kegeldaches aus roten Ziegeln "Roter Turm" genannte Nölliturm geht vermutlich auf den Namen eines Wächters zurück und taucht in den Anfängen des 18. Jahrhunderts erstmals auf. Der Bau des St. Karliquais im Jahre 1900/01 machte den Tordurchstich für den Verkehr erforderlich.