Zunft zu Safran Luzern

Krämer- und Handwerkerzunft in Luzern seit 1400

Zunft zu Safran > Historik

Historik

Die Geschichte der Zunft zu Safran Luzern

(Klappentext "Geschichte der Zunft zu Safran von Dr. Paul Rosenkranz)

 

Die Zunft zu Safran ist eine von zwei der ehemals neun Luzerner Zünften, die den Verlust ihrer Privilegien 1798 überlebt haben. Sie spielt bis heute als bürgerliche Gesellschaft und als Trägerin des Kults um Bruder Fritschi eine aktive Rolle im Stadtleben.

Entstanden ist sie um 1400 als «geselschafftt der kraemerye», die von Anfang an die Aufsicht über alle Krämer und Krämerware im ganzen Herrschaftsgebiet der Stadt besaß. Schon bald nach 1450 erlebte sie einen beachtlichen Popularitätsschub, den sie ihrer neuen Galionsfigur Bruder Fritschi zu verdanken hatte. Handwerk um Handwerk reihte sich nun bei ihr ein, bis ihr im 18. Jahrhundert 20 und damit rund die Hälfte der Luzerner Handwerke angehörten. Seit 1586 lag ihr Zunfthaus an bester Lage auf der Großstadtseite an der Reuß, und um 1670 wurde sie mit ihren rund 300 Mitgliedern auch zur grössten Zunft in der Stadt; fast zehn Prozent von deren Bewohnern gehörten ihr jetzt an. Sie nannte sich zeitweise «Gesellschaft zum Fritschi» und ab ca. 1650 «Zunfft zum Saffran». Politisch aber hatte sie wie alle Zünfte in der Patrizierstadt Luzern höchstens indirekten Einfluss über ihre zahlreichen Mitglieder aus allen Gesellschaftsschichten.

Wer Einblick nimmt in die Geschichte dieser Zunft, erfährt also manches über Handwerk und Gewerbe im alten Luzern. Daneben ergeben sich Ausblicke in religiöse, militärische und volkskundliche Bereiche, wenn von der Bruderschaft zum Heiligen Kreuz, von Bruder Fritschi, von der Harnisch-Schau und von manch freundeidgenössischem Fest die Rede ist, wie etwa der berühmten Baselfahrt der Luzerner anno 1508, als sie ihren geraubten Fritschi wieder heimholten.

Fritschiraub    

Illustration aus der Diebold Schilling Chronik,
Zentral- und Universitätsbibliothek, Luzern.


Das Bild zeigt den Raub der Fritschimaske durch die Basler im Jahre 1507.