Zunft zu Safran, Krämer- und Handwerkerzunft seit 1400

Saf(f)rantreffen 2016 in Luzern

  • Markus Oetterli
  • 12. Juni 2016

Es gilt die Unschuldsvermutung

Am Samstag, 11. Juni 2016 war die Zunft zu Safran Luzern Gastgeberin des alle zwei Jahre stattfindenden Saf(f)rantreffens der vier Saf(f)ranzünfte der Schweiz. Die Gastgeber konnten den Delegationen der E.E.Zunft zu Safran Basel, der Zunft zur Saffran Zürich und der Safranzunft Mund ein abwechslungsreiches Programm bieten.

 

Der Einladung des Wohlwysen Rats, Zunftschreibers und Zeremonienmeister, Martin Bucherer, war folgender Tenu- und Ausrüstungsbefehl zu entnehmen: Casual, ohne Krawatte mit Zunftabzeichen, Halbtax, GA, warme Jacke. Einen Regenschutz hat er nicht erwähnt und tatsächlich strahlte die Sonne den ganzen Tag in den Herzen der Teilnehmer.

 

AZM Andreas Moser wurde einstimmig zum OKP gewählt. Der den Tag organiserende Zunftschreiber war anderweitig gefordert.

 

 

Die steilste Zahnradbahn der Welt

 

Das Programm führte von Pontius zu Pilatus. Nach der Schifffahrt auf der MS Dragon der SNG folgte die Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt von Alpnachstad nach Pilatus-Kulm. Die Bahn wurde durch Generalbauunternehmer Locher AG in Zürich gebaut und fuhr ab 1889 zunächst im Dampfbetrieb. Im Jahr 1937 folgte die Elektrifizierung der Bahn, welche auf einer Strecke von 4'618 m eine Höhendifferenz von 1'635 m überwindet. Mit 210 PS pro Triebwagen befördert die steilste Zahnradbahn der Welt maximal 340 Personen, wobei die maximale Steigung 48% beträgt.

Pontius Pilatus war in den Jahren von 26 bis 36 n. Chr. Präfekt (Statthalter) des römischen Kaisers Tiberius in den Provinzen Judäa und Samaria. Be-kannt wurde er vor allem durch die Passionsgeschichte im Neuen Testament der Bibel. Dort wird berichtet, dass er Jesus von Nazaret zum Tod am Kreuz verurteilte und zum Zeichen seiner Unschuld nach dem Urteil an Jesus die Hände wäscht. Die Untat soll den Pilatus auch nach seinem Tod geplagt haben. Der Sage nach soll sein Leichnam in einem kleinen See am Pilatussüdhang begraben worden sein.

Tatsächlich hat Pilatus auch am heutigen Tag versucht mit heissem Wasser die Schuld von seinen Händen zu waschen, was dazu führte, dass der Wasserdampf (Nebel) den Pilatus Kulm verhüllte. Vom Name Pilatus wird übrigens angenommen, dass er sich aus dem lateinischen Wort pilum (Speer) ableitet, so dass wir es also bei Pontius Pilatus mit einem Angehörigen der Nachhut (Speerträger) bzw. Rothenburger zu tun haben.

Nach einer zünftigen Stadtführung durch Frau Heidi Muffler haben die Zunftgrenadiere zu Ehren der vier Saf(f)ranzünfte und zur grossen Begeisterung der anwesenden Touristen Salut geschossen.

 

 

Unerwartete Verstärkung für die Zunftgrenadiere durch die "Brigade of Gurkhas". Anschliessend zog die muntere Truppe mit bestimmtem, von den Tambouren taktsicher vorgegebenem Schritt und unter dem Blitzlichtgewitter der Gurkhas vom Kapellplatz zum Nölliturm.

 

Nach dem Apéro im Nölliturm wurden auf einer kurzen Turmführung den Gästen Hurenaff (nicht Matteo, sondern das Exemplar im Zunftschatz), Luzerner Hammer und Bruder Fritschi näher gebracht. Während des Nachtessens kamen die Gäste zu Wort.

 

Der hoch geachtete Zunftmeister zu Mund, German Jossen, erklärt, dass im Wallis der Wolf erschossen wird, während...

 

 

...der hoch geachtete Herr Zouftmeister der Zunft zur Saffran Zürich, Dr. Alex Rübel, sagt, dass die Züricher den Wolf zwar nicht gerade in seinem Zoo untergebracht, aber dafür in die Stadtregierung gewählt hätten.

 

Der Irtenmeister der E.E.Zunft zu Safran Basel, Christoph Glasstetter, brachte als Geschenk einen Pocket-Böögg mitsamt Spritzkanne und einer Flasche Zürcher Regenwasser mit...

 

...darüber kann inzwischen sogar unser Ehrenfester Zunftmeister zu Safran Luzern und Fritschivater 2016, Seppi Kreyenbühl, herzhaft lachen.

 

Ein grosses Dankeschön geht an die Turmmannschaft. Die Gäste und natürlich auch die eingeborenen Zünftler waren begeistert.

 

Das nächste 4-Saf(f)rantreffen findet in Zürich am Samstag, 9. Juni 2018 statt. Über das Programm ist zwar noch nichts bekannt, aber die Wetterprognosen sagen Regen voraus. Die Vier steht übrigens für die vier "f" im Wort Saffrantreffen.